Zu Besuch bei Robbert van Rijsbergen
Das Bülow Palais Dresden gehört zur Stadt an der Elbe wie der Zwinger und die Semperoper. Seit November 2025 ist Robbert van Rijsbergen als General Manager für das Hotel und sein Schwesterhaus, die Bülow Residenz, verantwortlich. Internationale Erfahrung sammelte er unter anderem in Brasilien und Singapur. Seine letzte Station vor Dresden war Amsterdam, wo er das renommierte Boutique-Hotel The Dylan führte. Nach einem Kaffee in der Lobby führten wir unser Gespräch bei einem kleinen Spaziergang durch das Barockviertel.
Lieber Herr van Rijsbergen, Sie sind seit November 2025 General Manager des Bülow Palais und des Schwesterhauses Bülow Residenz. Wie haben Sie die ersten Monate in Dresden erlebt? Ist Ihnen die Stadt schon etwas „ans Herz gewachsen“?
Ja, auf jeden Fall. Dresden hat mich von Anfang an beeindruckt. Natürlich durch seine Architektur und Geschichte, aber auch durch die Nähe zur Natur und die unterschiedlichen Seiten der Stadt. Ein kleiner Moment gehört inzwischen zu meinem Alltag: Wenn ich morgens mit dem Fahrrad über die Marienbrücke zu den Hotels fahre und die Sonne über der Stadt steht, bekommt Dresden manchmal fast einen goldenen Schimmer. Dann denke ich oft, dass ich einen ziemlich schönen Arbeitsweg habe. Ich entdecke die Stadt noch immer. Genau das gefällt mir. Ich möchte gar nicht so tun, als würde ich schon jedes Geheimnis kennen. Und so scheint es unseren Gästen auch zu gehen, denn sie kommen immer wieder gern nach Dresden.
Lieber Herr van Rijsbergen, Sie sind seit November 2025 General Manager des Bülow Palais und des Schwesterhauses Bülow Residenz. Wie haben Sie die ersten Monate in Dresden erlebt? Ist Ihnen die Stadt schon etwas „ans Herz gewachsen“?
Ja, auf jeden Fall. Dresden hat mich von Anfang an beeindruckt. Natürlich durch seine Architektur und Geschichte, aber auch durch die Nähe zur Natur und die unterschiedlichen Seiten der Stadt. Ein kleiner Moment gehört inzwischen zu meinem Alltag: Wenn ich morgens mit dem Fahrrad über die Marienbrücke zu den Hotels fahre und die Sonne über der Stadt steht, bekommt Dresden manchmal fast einen goldenen Schimmer. Dann denke ich oft, dass ich einen ziemlich schönen Arbeitsweg habe. Ich entdecke die Stadt noch immer. Genau das gefällt mir. Ich möchte gar nicht so tun, als würde ich schon jedes Geheimnis kennen. Und so scheint es unseren Gästen auch zu gehen, denn sie kommen immer wieder gern nach Dresden.
Sie können auf eine internationale Karriere in der Luxushotellerie verweisen. Bevor Sie nach Dresden kamen, waren Sie für das The Dylan Amsterdam tätig, davor mehrere Jahre in São Paulo. Dort übernahmen Sie als Business Development Manager Lateinamerika für das globale Reiseagentur-Netzwerk Virtuoso die Pflege der Beziehungen zu über 30 Mitgliedsreisebüros in Brasilien sowie das Projektmanagement für die Regionen Lateinamerika und Karibik. Was waren Ihre persönlichen Highlights in diesen Jahren?
Mein größtes Privileg waren die Menschen, die ich kennenlernen durfte. Amsterdam, São Paulo und auch Shanghai sind sehr unterschiedliche Städte. Jede hat meinen Blick auf Gastfreundschaft geprägt. In Brasilien habe ich besonders erlebt, wie wichtig persönliche Beziehungen und Vertrauen sind. Amsterdam hat meinen Blick für Individualität, Design und den Charakter eines Hauses geschärft. Und meine internationalen Stationen haben mir gezeigt, wie wertvoll es ist, die eigene Sichtweise immer wieder infrage zu stellen. Die wichtigsten Erfahrungen waren deshalb nicht nur einzelne Projekte oder Erfolge. Es waren Begegnungen, aus denen ich etwas gelernt habe.
Sie können auf eine internationale Karriere in der Luxushotellerie verweisen. Bevor Sie nach Dresden kamen, waren Sie für das The Dylan Amsterdam tätig, davor mehrere Jahre in São Paulo. Dort übernahmen Sie als Business Development Manager Lateinamerika für das globale Reiseagentur-Netzwerk Virtuoso die Pflege der Beziehungen zu über 30 Mitgliedsreisebüros in Brasilien sowie das Projektmanagement für die Regionen Lateinamerika und Karibik. Was waren Ihre persönlichen Highlights in diesen Jahren?
Mein größtes Privileg waren die Menschen, die ich kennenlernen durfte. Amsterdam, São Paulo und auch Shanghai sind sehr unterschiedliche Städte. Jede hat meinen Blick auf Gastfreundschaft geprägt. In Brasilien habe ich besonders erlebt, wie wichtig persönliche Beziehungen und Vertrauen sind. Amsterdam hat meinen Blick für Individualität, Design und den Charakter eines Hauses geschärft. Und meine internationalen Stationen haben mir gezeigt, wie wertvoll es ist, die eigene Sichtweise immer wieder infrage zu stellen. Die wichtigsten Erfahrungen waren deshalb nicht nur einzelne Projekte oder Erfolge. Es waren Begegnungen, aus denen ich etwas gelernt habe.
Nun also das 5-Sterne-Superior Haus Bülow Palais Dresden. Was gab den Ausschlag, von der Amstel an die Elbe zu gehen?
Vor allem die beiden Häuser selbst. Das Bülow Palais und die Bülow Residenz haben Charakter. Sie haben Geschichte. Und sie haben eine Seele. Mich hat die Aufgabe gereizt, auf etwas sehr Gutem aufzubauen und gemeinsam mit dem Team den nächsten Schritt zu gehen. Nicht alles neu erfinden, sondern genau hinschauen: Was macht diese Häuser besonders? Was müssen wir bewahren? Und wo können wir sie behutsam weiterentwickeln? Auch Dresden war ein wichtiger Teil der Entscheidung. Ich hatte das Gefühl, dass hier beruflich und persönlich etwas Neues beginnen kann.
Was fasziniert Sie am Bülow Palais?
Die Verbindung aus Qualität, Persönlichkeit und gewachsener Gastfreundschaft. Das Haus ist elegant, aber nicht anonym. Viele Gäste kommen seit Jahren zu uns. Viele Kolleginnen und Kollegen kennen ihre Vorlieben und wissen, was ihnen wichtig ist. Genau darin liegt für mich die besondere Qualität eines Privathotels. Ein schönes Zimmer ist wichtig. Aber erst die Menschen geben einem Haus Wärme, Haltung und Erinnerung.
Wie sieht ein typischer Tag für Sie aus – wenn es das überhaupt gibt in Ihrer Position?
Einen wirklich typischen Tag gibt es kaum. Natürlich gehören Besprechungen, Zahlen, Personalthemen und Projekte dazu. Gleichzeitig verändert sich der Plan oft schon am Vormittag. Das gehört zur Hotellerie. Ich bin regelmäßig in beiden Häusern unterwegs und spreche mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen. Ein Teil meiner Arbeit findet aber ebenso hinter den Kulissen statt. Dort bereiten wir Entscheidungen vor, lösen Probleme und entwickeln Projekte weiter. Mir ist diese Mischung wichtig: Nah genug am täglichen Betrieb zu sein und zugleich den Blick nach vorn zu behalten.
Wie ist Ihr Umgang mit den Gästen? Legen Sie Wert auf Präsenz oder agieren Sie lieber aus dem Hintergrund heraus?
Beides gehört dazu. Ich glaube nicht, dass ein General Manager ständig für jeden Gast sichtbar sein muss. Ein großer Teil meiner Arbeit findet hinter den Kulissen statt. Trotzdem möchte ich den Kontakt zum Hotelalltag nicht verlieren. Wenn ich im Haus unterwegs bin, ergeben sich Gespräche mit Gästen ganz natürlich. Ich höre gern zu, denn oft erfährt man in wenigen Minuten Dinge, die in keinem Bericht stehen: was Menschen wirklich schätzen, woran sie sich erinnern oder was wir noch besser machen können. Präsenz bedeutet für mich deshalb nicht, überall im Mittelpunkt zu stehen. Es bedeutet, ansprechbar zu sein und zu wissen, was im Haus passiert.
Was ist Ihre Vision vom Bülow Palais? In welche Richtung wollen Sie das Haus weiterentwickeln?
Ich würde es als Evolution, nicht Revolution beschreiben. Das Bülow Palais und die Bülow Residenz stehen auf einem starken Fundament. Unsere Aufgabe ist es, das zu schützen, was Gäste und Mitarbeitende an diesen Häusern schätzen, und sie gleichzeitig zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Das betrifft die Zimmer und öffentlichen Bereiche, unsere Gastronomie, die technische Infrastruktur, digitale Abläufe und vor allem die Entwicklung unserer Kolleginnen und Kollegen. Mein Ziel ist ein Haus, das seinen Charakter bewahrt und dennoch neugierig bleibt. Tradition und Veränderung sind für mich keine Gegensätze. Gute Tradition lebt davon, dass man sie aufmerksam weiterführt.
Wie haben sich Ihrer Erfahrung nach die Ansprüche und Wünsche der Gäste an ein Luxushotel in den letzten Jahren verändert und wie gehen Sie im Bülow Palais ganz konkret darauf ein?
Viele Dinge, die früher als besonderer Service galten, werden heute wie selbstverständlich erwartet: ein reibungsloser Ablauf, gute digitale Möglichkeiten, Komfort und Verlässlichkeit. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Individualität und echter Aufmerksamkeit. Gäste möchten nicht das Gefühl haben, Teil eines standardisierten Prozesses zu sein. Sie möchten gesehen werden. Ein Grundsatz, der mich dabei begleitet, lautet: „Automate predictable, humanize exceptional.“ Wiederkehrende Abläufe dürfen durch gute Systeme einfacher werden. So gewinnen unsere Kolleginnen und Kollegen Zeit für das, was Technologie nicht ersetzen kann: zuhören, etwas bemerken, sich an eine Vorliebe erinnern oder im richtigen Moment persönlich da sein. Am Ende entsteht Luxus nicht durch mehr Inszenierung, sondern durch Aufmerksamkeit und Vertrauen.
Sie führen mehr als 90 Mitarbeitende. Sind Sie ein „nahbarer“ Chef? Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
Ob ich nahbar bin, sollten am besten unsere Kolleginnen und Kollegen beurteilen. Mein Anspruch ist es auf jeden Fall. Ich möchte zuhören, Fragen stellen und verstehen, was im täglichen Betrieb wirklich passiert. Mir ist wichtig, nicht nur zu erklären, was wir tun, sondern auch warum. Wenn Menschen den Sinn einer Entscheidung verstehen, können sie Verantwortung übernehmen und eigene Ideen einbringen. Dazu gehört auch, offen über Fehler oder Dinge zu sprechen, die nicht funktionieren. Nicht übereinander, sondern miteinander.
Ich sehe Führung nicht als Distanz. Ein Hotel funktioniert nur, wenn die Bereiche miteinander sprechen und wir gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Wenn Sie einmal nicht arbeiten, wo trifft man Sie? Haben Sie einen Lieblingsort in Dresden?
Sehr wahrscheinlich auf dem Fahrrad oder bei einem langen Spaziergang an der Elbe. Ich mag, wie schnell man in Dresden von Kultur und Architektur in die Natur kommt. Außerdem bin ich gern in der Äußeren Neustadt. Sie ist lebendig, etwas rauer und ganz anders als das historische Dresden. Gerade dieser Kontrast macht die Stadt für mich spannend. Einen einzigen Lieblingsort habe ich noch nicht. Vielleicht ist das auch gut so. Ich entdecke gern weiter.
... und im Hotel?
Wahrscheinlich in einer unserer Lobbys oder irgendwo auf dem Weg zwischen den verschiedenen Bereichen. Ich mag Orte, an denen man den Rhythmus des Hauses spürt.
Manchmal ist es ein kurzes Gespräch mit einem Gast. Manchmal eine Frage an einen Kollegen oder eine Kollegin. Und manchmal reicht es, einen Moment zu beobachten, wie alles zusammenspielt. Genau dort wird aus einem Gebäude ein Hotel.
IHR GASTGEBER IM BÜLOW PALAIS
Sie können Robbert van Rijsbergen unter www.buelow-palais.de oder per E-Mail an info.palais@buelow-hotels.de erreichen.
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