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Garten & Kunst
Die Lindenterrasse
Ob Daniel Louis Jacques ahnte, dass seine Lindenterrasse einmal zu den Wahrzeichen der Hansestadt zählen sollte? Sicher ist, dass der gelernte Landschaftsgärtner mit Elan vorging. 1791 hatte der gebürtige Franzose die Witwe von Zuckerbäckermeister Nikolaus Paridom Burmester geheiratet und seinen Namen in Daniel Louis Jacob eingedeutscht. Das Paar eröffnete kurz darauf ein kleines Weinlokal in der ehemaligen Bäckerei und Jacob legte noch im selben Jahr eine Terrasse an. Inspiriert von der klassischen Gartenbaukunst seiner Heimat schuf er einen Kaffeegarten hoch über der Elbe mit einmaligem Flair. Für die zweiachsige Allee, die er auf dem schmalen Plateau hinter dem Haus pflanzte, wählte er Linden, denn die Bäume sollten mit dem rauen nordischen Klima zurechtkommen und eine lange Lebenserwartung haben – tatsächlich können Linden bis zu mehreren hundert Jahren alt werden. Jacob legte die Baumreihen so an, dass sich die Kronen nach und nach zu einem ineinander verflochtenen grünen Dach ausbreiten konnten. Die „Lindenterrasse“ wurde schnell zu einem Synonym für den Kaffeegarten des Weinlokals und prägte die Gartengestaltung der damaligen Zeit im vornehmen Nienstedten. Weltweite Berühmtheit erlangte sie jedoch erst durch die Werke von Max Liebermann. 1902 war der damals schon recht bekannte Berliner Impressionist wieder einmal nach Hamburg gekommen und logierte im Jacob. Mit seinem Besuch folgte er einer Einladung des Direktors der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark. Dieser hatte die Aktion „Bilder aus Hamburg“ ins Leben gerufen und den Künstler aufgefordert, sich zu beteiligen: Lichtwark wollte die Gemälde für die Sammlung der Kunsthalle erwerben. Die „Terrasse des Restaurant Jacob in Nienstedten a. d. Elbe“ zählt heute zu den reizvollsten Objekten der Kunsthalle, die es ein Jahr nach seiner Entstehung 1902 zusammen mit Liebermann-Pastellen ankaufte. Über die Entstehung des Werkes wird eine Anekdote kolportiert, die ein Gespräch zwischen dem Künstler und Carl Louis Jacob (dem Enkelsohn des Restaurantgründers) wiedergibt.

„Ich möchte gern Ihre Lindenterrasse malen“, sagte der Künstler. „Mein Haus ist erst vor sechs Jahren gestrichen worden“, entgegnete Jacob unwillig, „meine Gäste kommen auch so.“ Liebermann erklärte ihm, dass er lediglich „abmalen“ wolle. Darauf Jacob, noch mürrischer: „Hier wird nix abgemalt.“ Da riss dem impressionistischen Berliner Meister der Geduldsfaden. „Wissen Se, wat Se mir können?“ Offensichtlich wusste Jacob das ganz genau und lenkte endlich lachend ein: „Nee, nee, das tu ich nicht, dann malen Se man lieber, Liebermann.“
 
 
Auch wenn heute keine der von Daniel Louis Jacob gepflanzten Linden mehr auf der Terrasse Schatten spenden, so hat die Lindenterrasse nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Hochzeitspaare laden hier am schönsten Tag im Leben zum Empfang und bei den traditionellen Fare well-Parties jubeln die Gäste bei Pimm‘s und Scones vorbeifahrenden Luxuslinern wie Queen Mary II zu. Die Lindenterrasse ist ein Hamburger Original, soviel steht fest. Nur in einem Punkt, da gehen die Meinungen auseinander: Der Streit darüber, ob ein lauer Sommerabend unter den Linden, wenn der Hafen leuchtet und sich abertausende Lichter im dunklen Elbstrom spiegeln, dem Mittag unter dem schützenden, Schatten spendendem Blätterdach vorzuziehen sei, wird wohl nie entschieden werden...



ZUR LINDENTERRASSE

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